Der NiPoGi E2 nutzt einen Intel N150-Prozessor, der als Nachfolger des Intel N97 und N100 gilt. In diesem Post zum Mini-PC erfährst du mehr über technische Details, die Erweiterbarkeit und die Leistung in Office-Anwendungen, Multimedia, Mini-Server, Gaming sowie Photoshop und Lightroom.

Verpackungsinhalt

NiPoGi liefert mit dem E2 Mini-PC ein Netzkabel, einen VESA-Adapter sowie ein HDMI-Kabel.

Technische Daten

Der Mini-PC, der uns von NiPoGi für den Test zur Verfügung gestellt wurde, besitzt folgende technische Daten:

  • Prozessor: Intel Prozessor N150, 4 Kerne, 3.6GHz max. (6W TDP)
  • Arbeitsspeicher: 16GB 3200MHz DDR4 (Rayson RS16GS4C16)
  • SATA-SSD: Rayson RS512GSSD310 512GB
  • Netzteil: 12V 2.5A (AD0301-1202500GB)
  • Netzwerk: Realtek RTL8111/8168 Gigabit LAN
  • Wi-Fi-Adapter: Realtek RTL8821CE WiFi 5 802.11ac (433 MBit/s)
  • USB: 2 x USB 3.2 Gen 2, 2 x USB 2.0
  • GPU: Intel® UHD Graphics (24 EU - 1.0 GHz)
  • Monitoranschlüsse: 1 x HDMI 2.0, 1 x DisplayPort 1.4
  • Audioanschlüsse: Kopfhöreranschluss
  • Erweiterung: 1 x M.2 2280 kompatible mit NVMe PCIe 3.0 x4 oder SATA (belegt)

Ersteindruck

Der NiPoGi E2 ist als Office-PC konzipiert. Er kommt mit einem Intel-N150-Prozessor, der somit der Nachfolger der Intel-N95-, N97-, N100- und N200-Generation ist.

Für den Einsteiger-Office-Bereich ist er mit 16 GB RAM und einer 512-GB-SATA-SSD gut ausgestattet.

Der Mini-PC wird mit Windows 11 Pro ausgeliefert, wodurch z. B. ein Zugriff über Remote Desktop möglich ist.

Gehäuse und Verarbeitung

Das Gehäuse des NiPoGi E2 ist, wie bereits beim E1, sehr klein und lässt sich dadurch super platzsparend am Schreibtisch oder hinter dem Monitor anbringen.

Das Gehäuse des E2 besteht vollständig aus Plastik, auch die kupferfarbenen Kühlrippen sind nur zur Zierde. Bei der Verarbeitung gibt es aber trotzdem nichts zu beanstanden.

Die Aufkleber sind wie immer ein Kritikpunkt, da sie sich nur schwer entfernen lassen und nicht besonders hübsch sind.

Die Bodenplatte wird auch als Lufteinlass verwendet. Die angebrachten Gummipads dämpfen mechanische Vibrationen, z. B. vom Lüfter, effektiv. Die warme Luft wird über zwei seitliche Luftauslässe abgeführt.

Auf der Vorderseite des Gehäuses sind die wichtigsten Anschlüsse für die tägliche Nutzung angebracht. Weitere Anschlüsse sind unauffällig auf der Rückseite zu finden.

Vorinstallierte Software

Der NiPoGi E2 wird mit Windows 11 Pro 64-Bit geliefert.

Treiber gibt es direkt von NiPoGi nicht zum Download. Eine Support-Seite gibt es im Allgemeinen auch nicht. Bis auf den Treiber für den Intel Serial IO GPIO Host Controller werden sonst alle von Windows Update bereitgestellt.

Kühlungssystem und Lautstärke

Die Kühlung des NiPoGi E2 ist identisch zu der des E1, daher sind die Ergebnisse dieselben. Der Mini-PC kann bei geringer Auslastung als lautlos bezeichnet werden. Der Lüfter ist dabei nur mit dem Ohr am Gehäuse wahrzunehmen.

Bei höherer oder maximaler Auslastung ist der Mini-PC mit etwas Abstand kaum wahrnehmbar und gehört zu den leisesten Mini-PCs.

Der großflächige Kühlkörper hat mit dem N150-Prozessor mit 6 W TDP keine große Herausforderung – die Temperaturen bleiben stets unter 80 °C.

Die M.2-SSD wird im Kühlkonzept nicht berücksichtigt.

Wartung

Das Absaugen der seitlichen Luftauslässe sowie der unteren Lufteinlässe sollte als Wartung genügen.

Will man den Mini-PC etwas gründlicher sauber machen, kann man ihn relativ leicht zerlegen. Dazu müssen nur die Schrauben unter den Gummipads gelöst werden. Anschließend muss noch eine weitere Schraube gelöst werden, die das Gehäuse mit dem Mainboard verbindet.

Zum Wechseln der SSD oder des Arbeitsspeichers reicht es, den Deckel mit dem an der Rückseite angebrachten Schalter zu entriegeln. Daraufhin kann man den Deckel abnehmen, wodurch sich ein Tausch leicht vollziehen lässt.

Office-Performance

Der NiPoGi E2 ist mit 16 GB Arbeitsspeicher und einem Intel-N150-Prozessor für die meisten Office-Anwendungen ausreichend dimensioniert.

Weniger CPU-intensive Office-Anwendungen sind problemlos nutzbar. Erst bei CPU-intensiven Prozessen wie Windows-Updates merkt man, dass alles etwas länger dauert.

Auch ein Multimonitor-Setup mit mehreren gleichzeitig geöffneten Anwendungen ist problemlos und flüssig bedienbar.

Video-Streaming, YouTube, Netflix und Co.

Da die iGPU von Intel alle gängigen Videoformate unterstützt, ist das Abspielen mehrerer Videos mit einer Auflösung von bis zu 8K problemlos und flüssig.

Geekbench

SSD-Benchmark

Creative-Performance

Programme wie Photoshop, Lightroom, Blender oder Videoschnittprogramme können problemlos genutzt werden.

Beim Exportieren von Fotos, Rendern von Bildern oder Transkodieren von Videos muss man – falls die Hardware-Unterstützung der Intel-iGPU nicht verwendet wird – mit höheren Wartezeiten und leichten Rucklern rechnen.

Gaming-Performance

Der NiPoGi E2 mit Intel N150 ist dank des etwas schnelleren Arbeitsspeichers ungefähr 10–20 % schneller als der NiPoGi E1. Dies ändert aber nicht viel an seiner allgemein geringen Gaming-Leistung.

Die Gaming-Performance ist bei der Intel-N-Serie im Allgemeinen sehr gering, da dies nicht dem gewünschten Einsatzzweck der Intel-N-Prozessoren entspricht. Die Grafikkarte ist stark beschnitten, und die Single-Core-Leistung oft zu niedrig.

Ein guter Einsatzzweck des NiPoGi E2 ist das Streamen bzw. Cloud-Gaming, da sogar Streams in 4K problemlos unterstützt werden.

Der Einsatz als Endgerät für Steam In-Home-Streaming oder Cloud-Gaming-Services wie GeForce Now ist daher zu empfehlen, falls grafisch anspruchsvollere Spiele gespielt werden sollen.

Zum Vergleich der Grafikleistung hier noch die Werte des Benchmarks GFXBench.

Test (Fps) Intel N150 (NiPoGi E2) Intel N100 NiPoGi E1 - N150 Intel Core i9-12900H AMD Ryzen™ 9 7940HS
4K Aztec Ruins High Tier Offscreen 5.6 4.4 5.1 17.9 29.8
Aztec Ruins High Tier Offscreen 13.3 10.4 11.8 45.2 64.7
Aztec Ruins Normal Tier Offscreen 36.5 28.7 30.8 125.8 149.6

Netzwerkfähigkeiten

Der NiPoGi E2 aus unserem Test war mit einem Realtek-Gigabit-Ethernet-Adapter sowie einem Realtek-RTL8821CE-Wi-Fi-5-Adapter ausgestattet.

Die Leistungsfähigkeit des Wi-Fi-Adapters wurde mit einem Wi-Fi-6-Access-Point getestet. In einem Abstand von 5 Metern erreichte der Mini-PC im Speedtest eine Datenübertragungsrate von maximal 320 MBit/s.

Bei der Nutzung einer Netzwerkfreigabe konnte eine konstante Übertragungsrate von durchschnittlich 38 MB/s erzielt werden.

Der Realtek-Gigabit-Ethernet-Adapter erreicht dauerhaft die maximale Geschwindigkeit.

Erweiterbarkeit und Anschlussmöglichkeiten

Austauschbar oder erweiterbar sind der Arbeitsspeicher und die M.2-NVMe-SATA-SSD, die auch durch eine M.2-NVMe-SSD (PCIe 3.0 x4) ersetzt werden kann.

Die maximale Geschwindigkeit einer solchen PCIe-3.0-x4-SSD beträgt dann ungefähr 4 GB/s.

Energieverbrauch

Wir haben den Energieverbrauch des NiPoGi E2 sowohl unter Windows als auch unter Linux mit Desktop-Oberfläche getestet.

Aus den meisten Mini-PC-Tests mit der Intel-N-Serie hatten wir einen schlechten Eindruck von der Leistungsaufnahme in diversen Szenarien. Doch NiPoGi hat hier in Kombination mit dem Intel-N150-Prozessor gute Arbeit geleistet. Allerdings habe ich einen Unterschied zwischen den Windows-11-Versionen 24H2 und 23H2 gemessen. Der E2 wurde mit 23H2 ausgeliefert, doch bei dieser Version war die Leistungsaufnahme höher. Daher empfiehlt sich ein Upgrade auf 24H2.

Betriebssystem Modus Leistung Zusätzliche Infos
Windows Idle (Monitor aus) 5,6 W
Windows Idle 6,8 W M.2 SATA
Windows Browser 8-13 W
Windows HandBrake CPU 22 W
Windows Youtube 2k 10-12 W
Windows Youtube 4k 12-15 W
Windows Youtube 8k 14-17 W
Linux Idle (Monitor an) 6,6 W
Linux Idle (Monitor aus) 5,3 W
Linux Idle (Monitor abgeschlossen) 5,1 W
Linux Idle (Monitor an) 6,3 W Powertop --auto-tune
Linux Idle (Monitor aus) 4.9 W Powertop --auto-tune
Linux Idle (Monitor abgeschlossen) 4,5 W Powertop --auto-tune
Linux Browser 12-20 W
Linux Stress-Test 19 W

Energieeffizienz

Um die Energieeffizienz der CPU zu messen, haben wir in Blender die Classroom-Szene gerendert.

Hersteller - Modell Verbrauchte Energie (Wattstunden) Dauer (Sekunden)
Geekom AE7 5.4 302
NiPoGI AM16 6,6 648
Geekom XT12 Pro 6,8 462
Geekom Air12 Lite 9,9 1826
NiPoGi E2 10,2 1790
NiPoGi E1 10,5 1820
BeeLink SEi12 10,6 444
NiPoGi N97 12,2 1926
Beelink EQ13 13,2 1734

Der NiPoGi E2 in unserem Test lag beim Energieverbrauch auf dem Niveau des NiPoGi E1. Die leicht besseren Werte könnten durch den schnelleren Arbeitsspeicher oder auch durch Messfehler begründet sein.

Auswahl der Komponenten

Die SSD und der Arbeitsspeicher sind von Rayson. Details dazu sind nur wenige verfügbar. Sowohl die SSD als auch der Arbeitsspeicher sind im Test schneller als die verbauten Komponenten im NiPoGi E1.

Der Gigabit-Ethernet-Adapter sowie der Wi-Fi-5-Adapter sind von Realtek.

Der Realtek-Wi-Fi-Adapter unterstützt alle wichtigen Standards, ist jedoch nur mit Wi-Fi 5 kompatibel. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 433 Mbit/s reicht dies für die meisten Office-Anwendungen aus, ist aber prinzipiell langsamer als moderne Internetanschlüsse.

Bewertung der einzelnen Bereiche

Anwendung Bewertung
Office-PC 4 / 5
Home-Server 4 / 5
Kreative Aufgaben 3 / 5
Entwicklungsumgebung 3 / 5
Demonstrations-PC 4 / 5
Media- und Game-Streaming-Computer 5 / 5
Gaming-Computer 1 / 5
Energieeffizienz (geringe Auslastung / Idle) 4 / 5
Energieeffizienz (mittlere / hohe Auslastung) 4 / 5
Lautstärke und Kühlung 5 / 5
Erweiterbarkeit 2 / 5
Konnektivität 3 / 5
Design und Verarbeitung 4 / 5
Treiber und Bios-Updates 4 / 5
Preis-Leistungsverhältnis 5 / 5
 
Gesamtbewertung 3.7 / 5

Pro und Contra

Diese Kategorie hebt Bereiche hervor, die bei dem Mini-PC für seinen Preis besonders positiv wie auch negativ herausstechen oder von den Erwartungen an einen Mini-PC abweichen. Es werden nur solche Merkmale als negativ bewertet, die im Kontext des vorgesehenen Einsatzbereichs relevant sind. Beispielsweise wird eine schlechte Gaming-Leistung bei einem Mini-PC/SOC, der nicht für Gaming ausgelegt ist, nicht als negativer Kritikpunkt betrachtet.

Pro

  • Leiser Betrieb: Bei geringer und hoher Last nicht hörbar.
  • Erweiterbarkeit: Ermöglicht den Tausch der NVMe-SSD/SATA-SSD und des Arbeitsspeichers
  • Vielseitig einsetzbar: Geeignet für Content Creation, Office-Anwendungen, Streaming und Multimedia
  • Design und Gehäuse: Klein und unauffällig
  • Windows: Wird mit Windows 11 Pro ausgeliefert
  • Energieverbrauch: Der Idle-Energieverbrauch ist niedrig, die Energieeffizienz ist für einen Prozessor Intel N-Serie sehr gut
  • SATA-SSD: Mit 512 GB großzügig ausgestattet.
  • Arbeitsspeicher: 16 GB sind optimal für die meisten Office-Aufgaben.
  • Netzwerkadapter: LAN- und Wi-Fi-Adapter von Realtek funktionieren mit den mitgelieferten Betriebssystemtreibern in aktuellen Windows-/Linux-Versionen.

Contra

  • Kühlung: M.2-Festplatten wurden beim Kühlkonzept nicht berücksichtigt
  • Treiber und BIOS-Updates: Es gibt keine Support-Website von NiPoGi
  • Wi-Fi-Adapter: Könnte mit mehr als nur 433 Mbit/s besser sein
  • Aufkleber: Beeinträchtigt die Ästhetik und lassen sich schwer entfernen.

Fazit

Der Mini-PC im Einsatz

Der NiPoGi E2 überzeugt bei Office-Anwendungen. Multimedia-Anwendungen, Game- und Video-Streaming sind problemlos möglich, wobei der Mini-PC nahezu lautlos bleibt.

Mit leichten Verzögerungen muss man bei kreativen Aufgaben in Photoshop, Lightroom oder ähnlichen Programmen rechnen.

Gaming ist aufgrund der begrenzten Leistung der Intel-N-Serie nicht die Stärke des NiPoGi E2.

Besonders attraktiv ist der Mini-PC dank der großzügigen Ausstattung mit Arbeitsspeicher und Festplatte, dem kompakten Gehäuse und dem niedrigen Preis.

Der Einsatz mit Linux/Proxmox ist erst ab Linux-Kernel 6.11.x/6.12.x empfehlenswert, da die integrierte Grafikkarte sonst ohne Treiber läuft. Dies führt zu einer schlechten Performance und einer hohen Leistungsaufnahme.

Zubehör und Erweiterbarkeit

Der NiPoGi E2 kann für den Verwendungszweck als Office-PC gut erweitert werden. In den M.2-NVMe-PCIe-3.0-x4-Slot (belegt durch eine M.2-SATA-SSD) kann man nahezu jede beliebige M.2-NVMe- oder M.2-SATA-SSD einbauen.

Weitere Festplatten können über die vorhandenen schnellen USB-3-Ports angeschlossen werden.

Preis und Kaufempfehlung

Der NiPoGi E2 eignet sich besonders für Office-Arbeiten, Streaming und leichte kreative Aufgaben. Wer einen leisen, sparsamen Mini-PC für den Schreibtisch sucht, findet hier eine solide Option.

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